Vier Siege reichen nicht -
ASV Nendingen einen Tick besser und cleverer.

  • Stimmungsvolle aber leider unsportliche Nendinger Fans
  • Toller Sieg der Reserve im Derby gegen Eichen-Rümmingen – Axel Kiefer zurück im Team
  • RG III kämpft die erste Mannschaft aus Rheinfelden nieder
  • Zweite Schülermannschaft siegt zwei Mal

Ergebnisse vom Wochenende:
RG Hausen-Zell Jugend II - RG Eichen-Rümmingen Jgd. I 44:0
RG Hausen-Zell Jugend II - WKG Weitenau/Wieslet Jugend I 20:17
RG Hausen-Zell III - KSV Rheinfelden I 22:17
RG Hausen-Zell II - RG Eichen-Rümmingen I 21:18
RG Hausen-Zell I - ASV Nendingen I 14:23

Rund 400 Zuschauer säumten am Samstagabend den Mattenrand als in der ersten Bundesliga Gruppe West die gastgebenden Hausen-Zeller das württembergische Team aus Nendingen empfingen. Die Gäste waren mit cirka 100 Fans lautstark vertreten, ihre Sprechchöre gegen die einheimischen Sportler kamen jedoch nicht besonders gut an im Badischen. Mattenleiter Peter Pimpl sah sich gezwungen wegen der unsportlichen Schmährufe der Gästeschlachtenbummler einzuschreiten und den Kampf kurzfristig zu unterbrechen. Eine unschöne Begleiterscheinung, der den Spitzensport auf der Matte jedoch nicht behinderte.
Die Athleten zeigten tolle Leistungen und wurden dementsprechend von Ihren Fans gewürdigt. Die Gäste setzten den "Bär von Gresgen" in seiner Heimatstadt ein, was Gästecoach Eugen Hirt in der Pressekonferenz nochmals unterstrich, um Markus vor seinen zahlreichen Fans aus Gresgen die Chance zu geben, sich zu präsentieren. Dies tat der Gresgener wie immer mit gutem Einsatz, gegen den Griechisch-Römisch Spezialisten der RG, Oliver Hassler hatte der Freistilringer aus Gresgen jedoch keine Chance, wehrte beim 0:3 jedoch eine überhöhte Niederlage für Nendingen souverän ab. Der Hauptkampf begann mit einem Knaller, denn der noch unbesiegte Moldawier Ghenadie Tulbea stand dem einheimischen Nachwuchstalent Manuel Wolfer gegenüber. Der RG-Youngster begeisterte mit großer Beweglichkeit und verlor die ersten beiden Runden nur knapp mit 0:1 und 0:2. Als er in Runde drei sich den bärenstarken 55 Kilo-Athleten nicht mehr vom Leib halten konnte, blitzte dessen Klasse am Mann auf und er machte die Wertungen zum 6:1 Sieg in der dritten Runde. Dass Manu nur 0:3 unterlag und dem ehemaligen Weltmeister einen Punkt abnahm, war für den jungen Trainersohn eine Bestätigung seiner Top Leistung die er in dieser ersten Bundesliga Saison abliefert. Nachdem Olli Hassler mit dem sicheren 3:0 Punktsieg nach einem Dreher in der ersten Runde den Kampf wieder ausglich, fand Mihai Ungureanu gegen den Ausheber von Baris Diksu keine Mittel und verlor kurz vor dem Ende noch überhöht nach Punkten, was nach seinem 3:2 Rundenerfolg in Runde zwei ein 1:4 für das Mannschaftsergebnis bedeutete. Die Zuschauer sahen den Gästeathleten drei bis vier Sekunden auf dem Buckel, Mattenleiter Pimpl klopfte jedoch nicht ab, was für RG Urgestein Udo Bauer klar war, denn aus seiner Sicht trug Mihaj nicht aktiv dazu bei, dass Diksu bei seiner ausgeführten Aktion auf beiden Schultern lag. Für einen Fan natürlich unverständlich, denn auf den Schultern ist alle eben platt. Als sich die Gemüter etwas beruhigt hatten, schüttelten alle RG-Fans in der Halle nach dem vierten Kampf des Abends den Kopf, denn wieder einmal war Sven Kiefer während der drei Runden der klar Aktivere, holte zurecht den Clinch im ersten Kampfabschnitt für sich, doch erneut versagten dem 96 Kilo Freistilmann der RG die Nerven, als er klar im Vorteil den Punkt abgab. Im zweiten Abschnitt führte "Svenni" mit 1:0, als er nach einem Beinangriff gekontert wurde und 1:1 verlor. In der dritten Runde jubelte die Halle schon als Sven das Bein von seinem beweglichen Gegner Marc Buschle geholt hatte, doch den Punkt machte erneut der Gast mit einer Konteraktion. Schade, denn Sven präsentierte sich körperlich fit. Somit lag der Gast mit 10:4 vorne, es hätte durchaus 7:7 stehen können.
Den letzten Kampf vor der Pause bestritt Mike Mühlemann gegen Florian Schwarz. Die beiden offensiven Ringer boten ein Feuerwerk an Beweglichkeit. Mike unterlag zu Beginn knapp mit 0:1. Im zweiten Drittel gelang ihm eine blitzsaubere Aktion, als er den Spaltgriff von "Lotte" Schwarz gekonnt konterte. Mit einem "Brienzer" ließ Mike dann die Halle beben. Denn mit seinem Schweizer Spezialgriff legte er unter dem Jubel der RG Fans seinen Kontrahenten aufs Kreuz und verkürzte auf 8:10 zur Pause. Alle RG-Fans waren von der erneut starken Leistung des Leichtgewichtlers begeistert, denn nach seiner langen Verletzungspause vor zwei Jahren, als er nach einer komplizierten Ellenbogenverletzung eine ganze Saison ausfiel, findet der griffstarke Freistiler zu immer besserer Form. Nach der Pause war Florian Philipp der erste, der versuchen wollte den Kampf noch zu drehen. Seine körperliche Größe mit der er die erste Runde dominieren wollte, führte jedoch nicht zum erhofften Vorteil nach 1.30 Minuten. Der gedrungene Gästeathlet Sergios Solontkis brachte Florian aus der Bodenlage und punktete mit einem gelungenen Wurf. Flori erhielt in der zweiten Runde ebenfalls auf Grund des guten Standkampfes den Vorteil, den er jedoch nicht in einer offensiven Position nutzte, sondern sich wieder in die Bodenlage begab und mit 0:1 geschlagen wurde. "Flori" fehlt momentan das nötige Selbstvertrauen so einen Kampf zu biegen. Ebenso ergeht es Simon Waßmer, der zum x-ten Mal eine Runde verliert, da er ins Aus tritt. Die Chance seine gute Technik mit Durchdrehern und Aushebern anzubringen, nimmt er sich regelmäßig selbst, da er nie die Chance hat den Gegner in die Bank zu schicken, bei einem 0:1 Rückstand. Durch das Gewichtmachen fehlt dann oft in der dritten Runde die Physis um das Blatt noch zu wenden. Dennoch anerkennen alle Zuschauer die guten Auftritte Ihrer Jungs, denn jeder RG-Akteur gibt immer alles, leider reicht es momentan nicht zu etwas mehr, sprich Punkte auf der Habenseite. Von seinem Stress Rumänien, Deutschland, Rumänien, Deutschland befreit ist nun Adrian "Bubi" Recorean dies verlieh ihm die Kraft gegen den lang aufgeschossenen Mittelgewichtler Karpouzas in einem engen Kampf die entscheidenden Wertungen zu setzen. Bubi wird jetzt sicher noch stärker werden, wenn er die ganze Woche bei seiner Familie sein kann, die auf Grund EM, WM und rumänischer Meisterschaft oft auf den "Papa" verzichten musste.
Wie man aus hoffnungsloser Situation noch einen Sieg macht, zeigte das Kämpferherz Axel Sutter. Gegen den baumlangen Weltergewichtler und agilen Bastian Bentz sah es für Axel nach den ersten beiden Runden mau aus, denn nach 4:11 und 1:8 Zählern hatte der Gast bereits einen Vierer im Blick-Feld. Da hatten die Gästefans und Bentz selbst jedoch die unglaubliche Kondition von Axel Sutter unterschätzt. Der 34-jährige zeigte was eine Harke ist und kämpfte den guten Gästeathleten regelrecht nieder. Unter dem Jubel der Fans mit stehenden Ovationen verlies der "Glatzkopf" die Matte und der RG-Oldie bewies seine Qualitäten als nie aufgebender Fighter auf der Matte. Dieser Sieg gibt ihm das nötige Selbstvertrauen auch in den noch ausstehenden zehn Kämpfen nochmals nachzulegen und das schier unmögliche mit seinem Team noch zu schaffen. Den nächsten dicken Brocken bekam Matthias Philipp vorgesetzt. Mit dem noch unbesiegten ehemaligen Freiburger Eduard Kratz stand Ihm der Top-Weltergewichtler im klassischen Stil gegenüber. Mit seinen blitzschnellen Rumreißern und gekonnten Durchdrehern holte der Gästestar die vollen vier Punkte für die Nendinger. Großes Lob erntete das RG Team erneut vom gesundheitlich angeschlagenen Chefcoach Björn Gut, der seinen Mannen in der Pressekonferenz für die gute kämpferische Leistung erneut ein Lob zollte. Wir werden kämpfen bis zum Schluss und die Truppe zieht toll mit, das gefällt dem RG Trainer, so seine Worte. Gästecoach Eugen Hirt lobte sein Team, denn er wusste das in Hausen-Zell immer Gefahr besteht die Punkte zu lassen, für ihren guten Einsatz und zollte der Heimmannschaft dennoch Lob für die tollen Kämpfe die sie den Ringerfans boten. "Corcodile Axel" ist wieder auf der Matte, so könnte man den Sieg der Reserve gegen die starke, junge Mannschaft aus Eichen-Rümmingen betiteln. Axel Kiefer der erst diese Woche aus einem mehrwöchigen Australien Urlaub zurückkehrte, kam genau zur rechten Zeit, denn sein hart umkämpfter 3:2 Sieg gegen den achtzehn Kilo schwereren Boris Illenseer war die Initialzündung für das Reserveteam. Zuvor musste sich Jonas Deiß nach tollem Kampf gegen den körperlich ausgereifteren Eugen Kestel mit 1:3 Runden geschlagen geben. Wanja Meier hielt gegen Andrej Ryl ebenfalls toll dagegen beim 0:3 und Marco Waßmer setzte mit seinem 3:0 Erfolg gegen Andreas Gukenheimer seine kleine Serie von fünf Siegen in Folge weiter und brachte sein Team auf 7:8 heran. Einen wahren Krimi mit herrlichen Griffaktionen lieferten sich RG Routinier Jörg Denner gegen das Riesentalent Alexander Semisorov. Das Duell schwappte beim 0:3, 4:0, 0:4, 3:0 und 0:3 hin und her und riss die etwa 250 Zuschauer zu dieser Zeit voll mit. Nun war es Alexander Rümmele vorbehalten mit einem Dreier kurz vor Ende der dritten Runde und dem Gewinn der vierten Runde zum Gegner beim 12:12 aufzuschließen. Wie sich danach Tobias Greiner seiner Aufgabe entledigte gegen den sieggewohnten Eugen Kapitonov war bravourös, denn beim überhöhten 14:0 Erfolg ließ er nie Zweifel am Sieger aufkommen.
Für David Affutu-Nartey galt es gegen den ehemaligen Deutschen A-Jugendmeister Eduard Frick auf Schadenbegrenzung zu ringen. Dass er ihm Runde zwei abnehmen konnte, nährte die Siegesgefühle in der RG Ecke, denn nach dem 0:10 von David Netsch sollte es Florian Hassler im letzten Kampf gegen Manuel Kingani richten. Nach zwei klaren ersten 6:0 Runden knickte Flori jedoch in Runde drei bei einer eigenen Aktion um und der Sieg stand auf Messers Schneide. Mit einer Energieleistung brachte der RG-Weltergewichtler jedoch den Sieg sicher über die Zeit. Das Derby war eine Werbung für das Ringen und alle Fans waren vom packenden Lokalderby angetan. Zu Beginn des Kampftages hatte Hartmut Deiß seine Schützlinge gut eingestellt, denn in der Vorrunde beiden Gegnern noch klar unterlegen, siegte das zweite Jugendteam der RG im Rückkampf gleich zwei Mal. Die Gäste aus Eichen Rümmingen hatten nicht genügend Jugendliche am Start, sodass das 28:16 auf der Matte in einen 44:0 Sieg umgewandelt werden musste. Der 20:17 Sieg gegen die erste Mannschaft aus Weitenau/Wieslet war jedoch überraschend. Die sechs Siege von Janek Bauer, Johannes Ackermann, Dominik Zeier, Maximilian Geis, Manuel Kiefer und Adrian Kiefer reichten zum knappen Erfolg gegen den Tabellenzweiten. Eine bravouröse Leistung bot danach die dritte Mannschaft gegen die Erste aus Rheinfelden. Den vier Vierern die die Gästestaffel holte, wobei zwei durch den fehlenden 55 er und den zu schweren 96er zu Stande kamen, setzte die Truppe um Teamchef Peter Schwald ebenso drei Schultersiege von Timo Höferlin, Patrick Sutter und Stefan Hauschel entgegen, sowie einen überhöhten toll heraus gerungenen Überlegenheitssieg von Daniel Götz entgegen. Die Punktsiege 3:0 von Tobias Deiß im Schwergewicht gegen Cedric Schmitter und Lars Wagner 3:1 gegen Michael Wepfer waren dann für den Sieg der dritten Mannschaft entscheidend.

Vorschau auf das kommende Wochenende:
RWG Mömbris – Königshofen I - RG Hausen-Zell I 19.30 Uhr
Heimkämpfe der zweiten und ersten Schüler Mannschaft in der Hausener Halle:
RG Hausen-Zell II - SV Triberg I (Vorkampf hat Triberg gewonnen) 20.00 Uhr
RG Hausen-Zell Schüler I - KSV Tennenbronn Schüler I 17.30 Uhr
RG Hausen-Zell Schüler I - SV Triberg Schüler I ca. 19.00 Uhr

Während die erste Mannschaft zum Tabellenvierten nach Mömbris-Königshofen zum letzten Vorrundenkampf fahren muss, voraussichtliche Abfahrt 13.30 Uhr am Zeller Bahnhof, empfängt die Reserve den Tabellenführer aus Triberg in der Hausener Festhalle. Beim Gast stehen mit Sascha Oswald als ehemaligem Mannschaftskameraden, sowie den Ex-Adelhausenern Joscha Güntert, Michael Kaufmehl und Trainer Bernd Reichenbach alte bekannte Im Aufgebot. Die Schülermannschaft will gegen die Top Platzierten der Jugendliga vor heimischem Publikum versuchen den Favoriten ein Bein zu stellen, ob dies gelingt ist sicherlich spannend. Es werden beste Jugendkämpfe erwartet.

Bericht: Rainer Waßmer