RG im Glück in Schorndorf
Zittern bis zur letzten Sekunde

ASV Bauknecht Schorndorf I - RG Hausen-Zell I 19:21
RG Hausen-Zell II - KSV Tennenbronn I 14:24
RG Hausen-Zell Schüler I - KSV Tennenbronn Schüler I 12:26
RG Hausen-Zell Schüler I - TuS Adelhausen Schüler I 16:22
RG Hausen-Zell Schüler II - RG Eichen-Rümmingen Schüler II 16:22

Eine wahren Krimi erlebten die zwanzig mitgereisten RG-Fans am Samstagabend in der lärmfreien Halle in Schorndorf. Die Fans mussten die mitgebrachten Trommeln im Bus lassen, da die Stadt Schorndorf untersagt hat, dass sämtliche Lärminstrumente verboten sind. Um den Gastgebern den Ärger zu ersparen dass die Anwohner die Polizei anrufen, beschränkten sich die RG-Fans auf Ihre Stimmgewalt. Diese lautstarke Unterstützung war möglich, weil sich nur etwa 100 einheimische Ringer-Fans in der riesigen Schulsporthalle verloren. Die Stimmen der Fans und des RG-Trainers hörten sich nach dem dramatischen Schlussakt ziemlich ramponiert an, denn die Fans an der Matte gaben alles, wie die Sportler, die mit Ihrer mannschaftlichen Geschlossen-heit erneut zu überzeugen wusste. Verliert ein Siegringer springt ein anderer in die Presche, so das Fazit des Kampfes. Der Kampf lebte von Beginn bis zum Schluss von Dramatik pur. Das RG-Freistiltalent Manuel Wolfer bewies gegen den einheimischen Routinier Alexander Jakuschew erneut seine außergewöhnlichen Fähigkeiten. In einem Mattenduell das hin und her wogte, unterlag Wolfer nur knapp mit 2:3 Runden, was sich Endergebnis sehr positiv niederschlug. Olli Hassler hatte danach seinen bärenstarken Auftritt, als er in der dritten Runde mit einem herrlichen Ausheber den umjubelten Vierer für die RG sicherstellte, denn das 6:0 brachte die nötige 11 Punktedifferenz für die höchste Mannschaftswertung. Gegen den griffstarken Oliver Müller musste der zweite fünfzehnjährige im RG-Team eine überhöhte Niederlage einstecken, sodass die Gastgeber mit 7:6 in Führung gingen. Danach erneut ein Mattenduell der Extra Klasse im freien Stil zwischen dem Georgier Shota Bilanischwili und Sven Kiefer. Nachdem Sven die beiden ersten Runden jeweils mit 0:3 ab-geben musste, drehte er in Runde drei und vier auf und gewann mit 4:0 und 4:2 Punkten. Dass der Gastgeber, dann nochmals die fünfte Runde mit 4:2 gewann, war eine Überraschung, denn er schien stehend K.O. zu sein. Durch einen Beinangriff brachte der Georgier dem ent- kräfteten RG Athleten, der zum zweiten Mal in zwei Tagen über fünf Runden gehen musste, die erste Saisonniederlage bei. Der Rückstand wuchs zur Pause auf 6 Punkte an, da Jörg Denner dem griffstarken Freistilakteur Juri Baron an diesem Tag nichts entgegenzusetzen hatte und sich mit 2:19 Punkten deutlich geschlagen geben musste. Aufmunternde Worte und mit Siegesbereitschaft und Cleverness alles zu geben, rüttelten die nächsten fünf RG Athleten wach. Zuerst erfüllte Timo Beradze gegen seinen zehn Kilo schwereren Gegner, Dr. Kusche seine Pflichtaufgabe. Mit drei sicheren Rundensiegen ließ er nichts anbrennen und verkürzte auf 14:11. Ein absoluter Klassemann stand danach Simon Waßmer mit dem Ungarn Krisztian Jäger gegenüber. Vom zweiten Abkochen innerhalb zwei Tagen sichtlich geschwächt, verlor Simon im Standkampf jeweils die Kontrolle und lag in der zweiten Runde über eine Minute in der Brücke aus der er sich zum Glück befreien konnte. In der dritten Runde erzielte der tapfer kämpfende RG-Blondschopf dann die erste Wertung, was die überhöhte Niederlage verhinderte. Nach den kampflosen vier Punkte von Adrian Recorean lag es an Axel Sutter sein Team noch einmal ins Rennen zu bringen. Tags zuvor gegen den starken Rumänen hatte „Lexa“ nicht seinen besten Tag erwischt, aber dort wo es darauf ankam war er voll im Bild. Gegen den Deutschen Juniorenmeister Carsten Kopp, der den Rümänen besiegt hatte, rang Axel mit Volldampf und ließ die technischen Fertigkeiten des Gastgebers nie zum Tragen kommen. Somit ging die Rg vor dem letzten Kampf mit 18:17 in Führung was dem letzten RG-Akteur Florian Hassler etwas Luft verschaffte. Die erste Runde dominierte Florian mit drei blitzsauberen Aktionen 6:0 ließ sich jedoch in Runde zwei und drei überraschen. Auch „Flo“ schaffte es in Runde drei der drohenden Schulterniederlage zu entkommen unter schwerem Protest der einheimischen Fans. Matten-leiter Stüber aus Nordbaden hatte jedoch keinen entscheidenden Schulterkontakt zur Matte gesehen, sodaß Florian in Runde vier und fünf mit jeweils zwei Durchdrehern das Blatt zu Gunsten der RG noch wenden konnte. Das Pech in Schriesheim wurde somit durch das Glück in Schorndorf wieder ausgeglichen. Gegen die erstarkte Truppe aus Westendorf gilt es nun am kommenden Samstag in der Bergkopfhalle in Gersbach Vorsicht walten zu lassen, um die Chance auf das Vorrunden-finale um die Tabellenführung in der zweiten Bundesliga in Aichhalden eine Woche später aufrecht zu erhalten. Mit einer konzentrierten Leistung in der Bergkopfhalle, wo die RG noch unbesiegt ist, sollte dieses Vorhaben gelingen.

Bericht: Rainer Waßmer